1 Jahresgehalt als Boni

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Nachdem nun die Schweiz mit einem deutlichen Volksentscheid sich gegen überzogene Millionenvergütungen für Spitzenmanager in den börsennotierten Unternehmen entschieden hat, meldet sich wahlkampfmäßig die SPD zu Wort. Wie in spiegel.de heute Morgen zu lesen ist, verlangt Vizefraktionschef Poß nun eine gesetzliche Regelung für Deutschland.  Schon am 28.02.2013 berichtete die Tagesschau, dass man sich bemüht die Top-Vergütungen von Bankern massiv zu beschränken (hat Steinbrück hier mit dem Vergleich zum Kanzlergehalt etwas bewirkt?). Die Finanzwelt und die britische Regierung sehen hierin eine massive Gefahr für unsere Erfolgs-Wirtschaft. Denn die Gefahr, dass nun unsere größten Leistungsträger der Gesellschaft (immerhin wird bei uns doch nach Leistung bezahlt, oder? – Herr Steinbrück sieht seine Leistung sicherlich als sehr hoch an) nun ins gelobte außereuropäische Ausland abwandern ist sicherlich groß. Uns blieben dann nur noch die weitaus mittelmäßigeren Führungseliten mit Jahresgehältern von 300.000 Euro und weniger. Die haben dann mit eine Boni-Regelung von einem Jahresgehalt natürlich nichts zu lachen, da muss man sich schon warm anziehen. Wollen wir uns diese Blöße tatsächlich geben? Ein Rückfall in die Steinzeit ist dann wohl unausweichlich. Wie sollen denn die Massen von Ingenieuren, Facharbeitern, Anlernkräften, mittelständischen Unternehmern und kleinen Selbstständigen überleben? – Ohne die weisen Ratschläge und rigoros gewinnabschöpfende Mentalität der Spitzenmanager-Elite? Was soll in unserer Wirtschaft denn dann mit dem ganzen überschüssigen Geld gemacht werden?

Man stelle sich nur mal vor alle jene gehen nun tatsächlich zur „Konkurrenz“ außerhalb Europas. Dort bekommen dann alle weiterhin Ihre exorbitanten Gehälter und Boni. Zusätzlich zu den dort schon hart arbeitenden Spitzenmanagern mit ebenfalls exorbitanten Gehältern und Boni. Damit würde doch den Konkurrenten Europas massiv Bonität entzogen, die nur durch wiederum massive Produktivitäts- und Absatzsteigerung erwirtschaftet werden könnte. Wenn dies aber nicht möglich wäre, was lt. der auf uns einhämmernden Krisenmeldungen der Wirtschaftswelt wahrscheinlich ist? Dann würden doch Europas Konkurrenten, weil nun teurer, nichts mehr absetzen können und Europas Wirtschaft könnte, weil eben billiger wirtschaftend, die Welt mit ihren Produkten beglücken. Europa wäre eine blühende Landschaft mit reichlich Angebot an gut und fair bezahlter Arbeit.

Wahrscheinlicher allerdings ist, dass es dann plötzlich ein Inflationäres Überangebot an Spitzenmanagern gäbe, was wiederum die Gehaltsexzesse gemäß den Marktregeln nach unten korrigieren müsste.

Ach, wenn das doch alles so einfach wäre. Gerade unsere Politiker sollten diese Signale aus der Schweiz aber ernst nehmen. Herr Poß sollte hier vielleicht auch mal mit Herrn Steinbrück sprechen und ihn bitten mit seinen Aussagen nicht ständig Wahlkampf für die Union zu machen. Allen Abgeordneten wäre auch zu empfehlen für ihr Geld auch mal, zumindest körperlich, anwesend zu sein.

Insgesamt natürlich ein heikles, aber wenn ehrlich und konsequent angegangen, lohnendes Thema. Der Knackpunkt ist wohl die faire Beurteilung und Einschätzung der jeweiligen Leistung. Nichts anderes wünschen sich aber Millionen von Arbeitnehmern und Kleinunternehmern in Europa ebenfalls.

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